Zwei junge Luchse, die im vergangenen Sommer im Zoo Karlsruhe geboren wurden, sind heute in den Tierpark Oberwald umgezogen. In der Dependance des Zoos ist ein 5.000 Quadratmeter großes Koordinationsgehege neu gebaut worden. Darin sollen Luchse auf eine Auswilderung vorbereitet werden. Dazu gab es im Zoo Karlsruhe einen Pressetermin mit Peter Hauk MdL, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, WWF-Artenschutzexpertin Dr. Sybille Klenzendorf, Bürgermeister Daniel Fluhrer, Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt sowie weiteren Beteiligten des Projekts „Luchs in Baden-Württemberg“.
Die Luchse wurden narkotisiert und von den Zootierärzten Dr. Marco Roller und Dr. Lukas Reese untersucht. Dabei durfte auch der Minister anwesend sein. Die anschließend wieder aus der Sedierung aufgewachten Tiere wurden in speziellen Transportkisten in das Koordinationsgehege gebracht und dort in eine der vier Anlagenteile gelassen. Dort sollen die beiden Karlsruher Jungluchse nun auf eine potenzielle Auswilderung vorbereitet werden.
Die Anlage im Tierpark Oberwald wurde in nur wenigen Monaten errichtet und sowohl vom WWF mit 150.000 sowie mit 180.000 Euro von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe finanziert. In der Station sind zudem bislang zwei weitere Luchse untergebracht, die ebenfalls ausgewildert werden könnten, ein Luchs soll in den kommenden Wochen noch folgen. Die Station wird zusätzlich durch Mittel des Landes für den Betrieb und die Instandhaltung unterstützt.
Bis zum Jahr 2027 ist die Auswilderung von bis zu zehn Luchsen in Baden-Württemberg vorgesehen. Der Schwarzwald mit seinem Wildreichtum und seinen großen zusammenhängenden Waldflächen bietet sehr gute Bedingungen für den Luchs. Luchse aus dem Karlsruher Koordinationsgehege könnten zudem in andere deutsche und europäische Auswilderungsprogramme gehen.
Das vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) ins Leben gerufene Projekt zur Bestandsstützung der Luchse im Schwarzwald wird von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Kooperation mit dem Landesjagdverband, dem WWF Deutschland, der Luchsinitiative und dem Zoo Karlsruhe als Partner umgesetzt.