Vitrine mit Unterwasserausrüstung und einem Tablet in einem Raum mit Postern an den Wänden.

Wissenschaft und Forschung

Wissenschaftliche Projekte

Wissenschaftliche Forschung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind die Grundlage zielführender Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Von den geschätzten 10-15 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten sind nicht einmal die rund 100.000 Arten umfassend erforscht, deren Bedrohungsstatus die Weltnaturschutzunion (IUCN) überwacht.
Zoos halten weltweit ungefähr 10.000 Tierarten. Dies ermöglicht deren wissenschaftliche Erforschung unter kontrollierten Bedingungen sowie Grundlagenforschung. Dieses Potential für die Forschung erkennen und nutzen Zoos und wissenschaftliche Institutionen.

Der Karlsruher Zoo hat nicht nur seine eigenen Natur- und Artenschutzprojekte, sondern fördert auch die wissenschaftliche Arbeit ausgewählter Partner. Ziel der Forschungsarbeiten ist stets, die Haltungen im Zoo zu optimieren, neue Erkenntnisse über die Zucht oder das Sozialverhalten der Tiere zu gewinnen oder technische Methoden zu erforschen, die sowohl für Tiere als auch für Menschen nützlich werden können. Auch in der Zoopädagogik sind Forschungsarbeiten möglich, um neue Methoden der Umweltbildung zu etablieren oder bereits bestehende zu evaluieren.

Ein leuchtend blauer und gelber Ara sitzt da, blickt nach vorne und hat den Kopf leicht gedreht.

Interessiert an einer Forschungskooperation?

Sie haben selbst eine Idee für ein Forschungsprojekt? Wir freuen uns über ein Exposé zu Ihren Ideen. Schicken Sie dieses an [email protected].

Forschungsprojekte

Mann mit Brille und dunklem Poloshirt steht neben einem Eisbären in einem Felsgehege.
Die Lebenserwartung und der Erfolg bei der Aufzucht von Jungtieren von in Zoos gehaltenen Raubtieren hat sich in den vergangenen 70 Jahren deutlich erhöht. So hat sich der Anteil der Tiere, die ein bestimmtes, artspezifisches Alter erreicht haben, bei der Mehrzahl der Arten fast verdoppelt. Dies zeigt eine veröffentlichte Auswertung der durch die weltweite Zoogemeinschaft gesammelten und durch die internationale Organisation „Species360“ verwalteten Daten der 95 am häufigsten in Zoos gehaltenen Arten. Die Studie erschien in der wissenschaftlichen Zeitung „Zoo Biology“ und ist auf deren Homepage frei zugänglich: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/zoo.21639
Zwei maskierte Männer untersuchen draußen in der Nähe von grünem Laub einen kleinen Vogel.

Bislang liegen der Wissenschaft kaum Daten zum postembryonalen Wachstum von Kiebitzen (Vanellus vanellus) und Brachvögeln (Numenius arquata) vor. Der Zoo Karlsruhe betreibt für beide ein Aufzuchtsprojekt im Rahmen eines groß angelegten Artenschutzgrogramms. In diesem Setting wurde die Aufzucht der Jungvögel beider Arten wissenschaftlich begleitet, dokumentiert und protokolliert, um Rückschlüsse auf das postembryonale Wachstum ziehen zu können.

Vier Personen stehen in einer modernen Inneneinrichtung um einen Tisch herum und stellen ein Gerät aus.

Für die Forschung zur Brutbiologie bedrohter Vogelarten könnte diese Entwicklung von großem Wert sein. Nach neun Jahren Entwicklung gibt es nun ein Sensor-Ei „Made in Karlsruhe“ im Einsatz bei Vogelgelegen. Mit dem Sensor-Ei können verschiedene Parameter gemessen werden. Es hat drei Temperatursensoren, einen Feuchtigkeitsmesser sowie Sensoren zur Messung der Lage und kann in die Nachbildungen verschiedener Vogeleier eingebaut werden. In der Natur wenden viele Vogel-Arten ihre Eier beim Brüten regelmäßig. Auch die Temperatur hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung im Ei. Um das Brutverhalten der Vögel besser zu verstehen, kann das Sensor-Ei in bestehende Gelege untergeschoben werden. Die brütenden Tiere behandeln es wie ein eigenes Ei. Die Sensoren übermitteln dann die Werte. Das Projekt ist eine Kooperation des Zoos und der Hochschule Karlsruhe.

Projektpartner

Logo der Hochschule Karlsruhe mit „HKA“ in fetten roten Buchstaben.
Logo des KIT Karlsruher Institut für Technologie mit stilisierter grün-schwarzer Grafik.
Ein zweihöckriges Trampeltier steht und schaut zur Seite.