



Der Zitronenzeisig gehört zu den am stärksten bedrohten Vogelarten unserer Region. Europaweit gefährdet und in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht, kämpfen seine letzten Vorkommen im Südschwarzwald ums Überleben.
Um diese Art zu bewahren, wurde 2022 ein umfassendes Rettungsprogramm vom Regierungspräsidium Freiburg in Kooperation mit den Nationalpark Schwarzwald, dem Zoo Karlsruhe, dem Alpenzoo Innsbruck und der Klinik für Vögel, Kleinsäuger, Reptilien und Zierfische der LMU München ins Leben gerufen – mit Schutzmaßnahmen in der Natur und einem begleitenden Erhaltungszuchtprogramm.
An der Zucht ist auch der Zoo Karlsruhe mit Tierpfleger Patrick Rücker beteiligt. Insgesamt werden hinter den Kulissen des Exotenhaus‘ neun Zitronenzeisige gehalten, die für möglichst viel Jungtiere sorgen sollen. Aus dem Bestand könnten später im Schwarzwald Tiere ausgewildert werden. Dabei zeigte sich jedoch: Der Bruterfolg blieb bislang gering. Ein möglicher Schlüssel liegt in der Ernährung.
In der Natur spielen Samen der Latschenkiefer eine zentrale Rolle für den Zitronenzeisig. Bislang fehlten sie im Zuchtprogramm, da sie kaum verfügbar sind und den Vögeln normalerweise direkt aus den Zapfen gewonnen werden. Genau dort setzt ein neuer Ansatz an: Durch die Ergänzung des Futters mit Latschenkiefernzapfen aus dem Schwarzwald sollen die natürlichen Nahrungsinhalte besser zur Verfügung gestellt und die Fortpflanzung gezielt unterstützt werden. Ein kleiner Samen mit großer Hoffnung für den Artenschutz.




