Zoos zur Arterhaltung
Viele Tierarten sind bereits unwiederbringlich verschwunden. Die biologische Vielfalt ist täglich jeder Menge Bedrohungen ausgesetzt, die zahlreiche Arten an den Rand der Ausrottung bringen. Dem Entgegenzuwirken ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Dies geschieht zum einen In-Situ, also vor Ort, durch unsere Projekte der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe. Zum anderen sorgt der Karlsruher Zoo auch gemeinsam mit vielen anderen zoologischen Einrichtungen dafür, Reservepopulationen aufzubauen. So können vom Aussterben bedrohte Tiere wieder ausgewildert werden, um Populationen zu stützen. Diese Art von Artenschutz findet Ex-Situ statt, also außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets, bei uns im Zoo. Eine enge Zusammenarbeit der Zoogemeinschaft, von Privathaltern und wissenschaftlichen Institutionen ist hierbei erforderlich.
Zuchtprogramme – Koordination ist alles!
Der Zoo Karlsruhe hält insgesamt etwa 300 Tierarten. Etwa ein Fünftel davon sind in Zuchtprogrammen koordiniert. Insgesamt werden in Karlsruhe 41 Tierarten gehalten, die in EEPs* sind, 15 in ESBs und neun in Monitoringprogrammen.
Beispiele für in Karlsruhe gehaltene EEP*-Tierarten sind:
Humboldt-Pinguine, Eisbären, Chinaleoparden, Krontauben, Schneeleoparden, Zwergflamingos, Edwardsfasane und viele weitere.
Zudem hält der Zoo einige Tierarten, die bereits in der Wildbahn ausgestorben sind oder waren und nur durch Reservepopulationen in Menschenobhut überleben konnten: Europäisches Wisent, Säbelantilope, Przewalskipferd, Edwardsfasan, Flitterkärpfling und Socorrotaube.
Wiederansiedlung – ein Meilenstein der Zooaktivitäten
Artenschutz durch Erhaltungszucht
Der Europäische Wisent und das Przewalskipferd sind klassische Positivbeispiele der Erhaltungszucht. Beide Tierarten waren in der Natur ausgerottet. Nur durch wenige Tiere in Obhut der Zoos konnte die Art gesichert und gezielt vermehrt werden. Auch der Zoo Karlsruhe war maßgeblich mit Nachzuchten bei beiden Projekten beteiligt. Noch heute stellen wir regelmäßig Wisente für Auswilderungen in verschiedenen Ländern bereit.
Mittlerweile reichen die Artenschutztätigkeiten Zoologischer Gärten jedoch deutlich weiter. Nicht nur Wisente werden heute noch vom Zoo Karlsruhe kontrolliert gezüchtet und wieder ausgewildert, sondern auch Habichtskäuze, Moorfrösche, Kiebitze, Brachvögel und viele weitere Tierarten. 2023 wurden im Karlsruher Zoo erstmals Waldrappen aufgezogen und für die spätere Auswilderung vorbereitet.