Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Unsere Ideen und Ziele

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe wurde 2016 gegründet und fördert zahlreiche Projekte bei uns vor Ort aber auch über die gesamte Welt verteilt, die dem Erhalt der biolo­gi­schen Vielfalt dienen. Sie unter­stütz­t ­den Zoo bei seinem Eintreten für Arten­schutz.

Insbe­son­dere fördert sie Projekte zur Erhaltung von Pflanzen- und Tierarten, zum Schutz und zur Wieder­her­stel­lung von Le­bens­räu­men und zur Umwelt­bil­dung, besonders in Schulen und Öko­zen­tren. Gleich­zei­tig baut sie Netzwerke auf lokaler, regio­na­ler, nationaler und inter­na­tio­na­ler Ebene auf. Sie wirkt an In-Situ und Ex-Situ-Zucht­pro­gram­men mit, beteiligt sich an Wie­der­an­sied­lungs-Initia­ti­ven und unter­stützt wissen­schaft­li­che Pro­jekte.

Neben den Partnerprojekten gibt es auch ein Großprojekt in Ecuador. In der Nebelwald-Region oberhalb von Mindo hat sie deshalb die drei Grundstücke mit gesamt rund 170 ha erworben. Der noch vorhandene Primärwald konnte durch den Kauf vor Abholzung geschützt werden, bereits gerodete Flächen werden in Zusammenarbeit mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) aufgeforstet.

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Kontakt:

Ettlinger Straße 6
76137 Karlsruhe
[email protected]

Spenden:

Volksbank pur eG
IBAN: DE07 6619 0000 0000 2121 21
BIC: GENODE61­KA1

Projekte der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt viele verschiedene Projekte. Die meisten Projekte werden dauerhaft gefördert. Daneben hilft die Stiftung auch bei Projekten aus, die nur kurzfristig oder einmalig Unterstützung benötigen. Mit Projekten direkt hier in der Region sowie Projekten in Afrika oder Südamerika wird zudem eine große Bandbreite unterschiedlicher Arten und Lebensräume gefördert.

Globale Projekte

Zwei Kolibris im Flug, einer im Fokus mit ausgebreiteten Flügeln, vor einem unscharfen grünen Hintergrund.

Das Ecuadorprojekt ist das Großprojekt der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe. Ecuador ist eines der Länder mit der höchsten Artenvielfalt. Allerdings ist diese durch Abholzung und Beweidung stark bedroht. Deshalb hat die Stiftung in der Nähe der Stadt Mindo in Ecuador vier Flächen (La Elenita, Saloya, Mirador und La Esperanza) erworben, um dort den Nebelwald zu schützen und aufzuforsten. Die Aufforstungen auf den bisher insgesamt ca. 200 ha Fläche werden mit lokalen Partnern realisiert und von der KEK (Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur) koordiniert, die die Pflanzungen zur Erzeugung von CO₂- Zertifikaten nach Gold-Standard nutzt. Des Weiteren wurde in den letzten Jahren der Kontakt zu den Kollegen im Zoo Quito immer weiter ausgebaut. Es existiert ein Austausch zwischen den Mitarbeitenden beider Einrichtungen. Die Kooperation beinhaltet außerdem einen Reserve und Scientific Leader, die nicht nur unsere Gelände verwalten, sondern auch an der wissenschaftlichen Arbeit in unseren Geländen und der Weiterentwicklung von Artenschutzprojekten vor Ort tätig sind.

Zwei junge Elefanten berühren spielerisch ihre Rüssel, umgeben von anderen in einem sandigen Gehege.
In Sri Lanka leben noch 6.000 wilde Elefanten, die auf der klei­nen Insel zu häufigen Mensch-Tier-Konflikten führen. In der E­le­fan­ten-Waisen­sta­tion direkt beim Udawalawe-Natio­nal­park wer­den über 50 Elefan­ten­wai­sen betreut und aufgezogen. Ziel ­die­ser Auffang- und Auswil­de­rungs­sta­tion ist es, die E­le­fan­ten-Waisen nach oft jahre­lan­ger Versorgung im Alter von 6 – 7 Jahren wieder in die freie Wildbahn – in die un­ter­schied­li­chen Natio­nal­parks – zu entlassen, d.h. in die freie Natur zurück zu bringen. Alle Jung-Elefanten werden zur Aus­wil­de­rung mit Halsbän­dern mit Satel­li­ten­sen­dern versehen, die den Verant­wort­li­chen eine lückenlose Kontrolle der Jung-Elefanten über die ersten und künftigen Schritte in ihrer ­neuen und alten Heimat ermög­li­chen – eine wichtige Grundlage, um den Erfolg solcher Auswil­de­rungs­ak­tio­nen bemessen zu können.
Pinguin schwimmt anmutig mit dem Kopf über der Oberfläche im klaren, grünlichen Wasser.
Die Artenschutzstiftung unterstützt den Verein Sphenisco, welcher sich für den Schutz der Humboldt-Pinguine einsetzt. An den Küsten Chiles und Perus ist der freilebende Bestand der Pinguine durch einige Faktoren, wie beispielsweise Überfischung, Meeresverschmutzung und Klimaveränderungen bedroht. Ziele des Vereins sind die Sicherung bestehender Brutgebiete auf Inseln und das Stoppen weiterer Pläne zum Bau von Häfen, die massiv und negativ diese Brutgebiete beeinflussen. Die Forschungsschwerpunkte mit chilenischen und deutschen Forscherteams sind Pinguinzählungen auf den wichtigsten Inseln (Chanaral und Chroros), das Monitoring der Bruterfolge sowie Studien zur Nahrungssuche im Meer.
Nahaufnahme eines Hyazinth-Aras, der eine Nuss im Schnabel hält. Zu sehen sind leuchtend blaue Federn und gelbe Augenringe.
In den Provinzen Angel Sandovan und German Busch im bolivianischen Pantanal unterstützt die Artenschutzstiftung die Loro Parque Fundación in ihrem Einsatz für die hoch bedrohten Hyazintharas. Ihr Bestand in Bolivien wird auf nur noch 200 – 300 Vögel geschätzt. Durch gezielte Beobachtungen und Bestandszählungen sollen exakte Daten erstellt werden. In den angenommenen Verbreitungsgebieten werden neue Nistplätze durch die Installation von Nisthöhlen geschaffen und die einheimische Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen einbezogen und sensibilisiert.
Ein Roter Panda sitzt auf einem Ast und frisst Blätter.
Das Netzwerk „Red Panda Network“ setzt sich für die Erhaltung der Lebensräume des Roten Pandas ein und fördert Projekte, um die lokale Bevölkerung für seine Bedrohungslage zu sensibilisieren. Die Schutzmaßnahmen des Netzwerkes erstrecken sich über eine Fläche von über 4000 km² und erreichen somit die Hälfte von Nepals Roter Panda-Population.
Ein Eisbär mit nassem Fell blickt vor einer verschneiten und eisigen Kulisse nach vorne.
Die Artenschutzstiftung unterstützt die Organisation „Polar Bears International“, welche sich für den Erhalt der Eisbären und des Packeises in der Polarregion einsetzt. Die Organisation fungiert mit Forschungsarbeiten und Aufklärungsarbeit als globale Informationsquelle über Eisbären und ihren Lebensraum.
Ein Fasan mit schimmernden blauen Federn steht auf dem Boden, umgeben von üppigem grünem Laub.

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe kooperiert mit dem Auswilderungsprojekt für die durch den Vietnam-Krieg hoch bedrohten Vietnamfasane, deren Heimat der dichte Urwald Zentral-Vietnams war. Die letzten Exemplare dieser Fasanenart wurden dort 1990 gesichtet und gelten heute in Vietnam als ausgerottet. Europaweit gibt es aber noch 110 Paare in Privathand und in Zoos, die auf Fasane zurückgehen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Europa kamen. Die Artenschutzstiftung kooperiert mit der WPA (World Pheasant Association) und der EAZA-Kampagne „Vietnamazing“ unterstützt mit Spenden den Aufbau einer Erhaltungs-Zuchtstation im Khe Nuoc Trong Wald in der Provinz Quang Binh, der 768 Hektar Rest-Tiefland-Regen¬wald umfasst. Koordiniert wird die Aktion von der vietna-mesischen Naturschutzorganisation „Viet Nature“ mit dem Ziel, in den nächsten zehn Jahren eine selbstständige Population von Edwardsfasanen in der Natur aufzubauen.

Person, die mit Orang-Utan-Babys sitzt, umgeben von Bäumen, und eine Maske und Stiefel trägt.
Orang-Utans zählen zu den am meisten von der Ausrot­tung ­be­droh­ten Menschen­af­fen. Auf den Inseln in Sumatra und Borneo ­gibt es nur noch 50 – 60.000 Tausend dieser „Wald­men­schen“, so ist das Wort „Orang-Utan“ zu übersetzen. Haupt­be­dro­hungs­fak­to­ren ­sind die fortge­setzte Rodung der Regen­wäl­der zum Holzein­schlag o­der zur Anpflan­zung von Monokul­tu­ren (z.B. Palmöl), die Aus­beu­tung der Landschaf­ten zum Abbau von Rohstoffen und der (fast) ungebremste Abschuss von Orang-Utan-Müttern, um deren ­Ba­bys als Haustiere zu halten. Hunderte solcher verwais­ter Orang-Utan-Babys – häufig beschlag­nahmt – gelangen auf Sta­tio­nen, wo sie in jahre­lan­ger mühevoller Arbeit auf eine Wie­der­an­sied­lung in noch intakte Relikt-Regenwald-Gebie­te vor­be­rei­tet werden. Der in den Niederlanden geborene Willie Smits ist Gründer und Vorsitzender der Sintang Orangutan Foundation, die das Sintang Orangutan Center führt. Zudem ist er Gründer und im Vorstand bei Borneo Orangutan Survival UK – BOS UK. Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt die Projekte auf Borneo finanziell.
Weißer Kakadu mit leuchtend gelbem Kamm thront auf einem Ast vor hellblauem Hintergrund.
Der Orangehaubenkakadu (Cacatua sulphurea citrinocristata), eine Unterart des Gelbwangenkakadus, kommt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumba vor. Er ist akut vom Aussterben bedroht. Sein Lebensraum, die Wälder auf der in­do­ne­si­schen Insel Sumba, ist bis auf wenige Waldin­seln ­zer­stört. Neuere Zählungen lassen vermuten, dass der Bestand auf wenige 100 Tiere zusam­men­ge­bro­chen ist. Neben der aktiven Zucht über das Europäi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm EEP sind Maßnah­men vor Ort unerläss­lich. Gemeinsam mit den Vogel­freun­den Achern e.V. als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner unter­stützt die Arten­schutz­stif­tung ein Pro­jekt des Fond für bedrohte Papageien (eine Arbeits­gruppe in der Zoolo­gi­schen Gesell­schaft für Arten- und Popula­ti­ons­schutz – ZGAP). Auf Sumba werden im Manupeu Tandaru National-Park in In­do­ne­sien das Verhalten und die Brutbio­lo­gie der letzten dort ­ver­blie­be­nen Papageien erforscht. In Zusam­men­ar­beit mit der lo­ka­len Bevöl­ke­rung sollen Nistbäume identi­fi­ziert werden.
Luftaufnahme einer großen Gnuherde, die einen schlammigen Fluss überquert, wobei einige am Ufer stehen.

Beim Masai-Mara- und dem Siana-Projekt werden Gemeindeschutzgebiete zur nachhaltigen Sicherung großer Tierwanderungen eingerichtet. In Kooperation mit dem WWF (World Wide Fund For Nature), eine der größten internationalen Natur- und Umweltschutzorganisationen, wird ein eigenes Projekt der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe in Kenia ermöglicht. Jahrhunderte lang lebten dort die viehzüchtenden Masai im Einklang mit der Landschaft und den Wildtieren. Dieser Einklang ist aber durch die rasche Zunahme der Bevölkerung und ihrer Viehherden immer mehr aus dem Gleichgewicht geraten. Nun sollen Gemeindeschutzgebiete eingerichtet werden, um auch in Zukunft die großen Tierwanderungen durch eine Wiedererschließung der Fläche zu ermöglichen. Zusätzlich bleibt das Ökosystem der Masai Mara sowie der Serengeti durch Aufforstungsaktionen erhalten. Das Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch und der Schutz der riesigen Wildtierherden bleibt erhalten, ohne die Lebensgrundlage der Menschen zu zerstören.

Ein Koala, der auf einem Ast sitzt und Eukalyptusblätter mampft.
Die Brand­ka­ta­stro­phe Anfang 2020 in Australien hat großflä­chig die Le­bens­räume und Lebens­grund­lage vieler Tierarten zerstört. 12 Mil­lio­nen Hektar Land sind verbrannt. Das entspricht einem Drit­tel von Deutsch­land oder einer Kreis­flä­che, die – wenn man Karls­ruhe in den Mittel­punkt legt – bis Frankfurt, München, Zürich, Nancy und Metz reicht. Millionen von Tieren sind ­ge­stor­ben, unter ihnen Tausende von Koalas, deren Bestand in ganz Australien auf nur noch 80.000 Individuen geschätzt wurde – eine kritisch kleine Zahl von Individuen, die auf Eukalyptus als Nah­rungs­pflan­zen angewiesen sind. Diese Futter­grund­la­gen ­sind weitgehend verbrannt. Direkt unterstützt wird mit dem Geld Anika Lehmann, die mit ihrem Team von Moreton Bay Koala Rescue in der Krisenregion arbeitet. Sie betreibt dort eine Koala-Auffangstation.
Ein kleiner Primat mit großen Augen und stacheligem Fell klammert sich vor einem leuchtend grünen Hintergrund an einen Ast.
Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe finanziert seit 2021 den Aufbau und Betrieb einer Plumplori-Auffang- und Auswilderungsstation in Bangladesch. Das Projekt wird von Plumploris e.V. koordiniert. In Bangladesch kommt es regelmäßig zu Beschlagnahmungen von Plumploris aus illegaler Haltung durch die Naturschutzbehörde, während bisher kein Rehabilitationsprogramm existierte, welches die Tiere auf ein erneutes eigenständiges Leben in der Wildnis vorbereitet. Dieses will der Verein nun in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde und der Unterstützung zweier Zoologen vor Ort aufbauen. Um die Bestände des in Bangladesch vorkommenden Bengalischen Plumploris nachhaltig zu schützen, errichtet der Verein außerdem Plumplori-Brücken, die Bäume über Straßen hinweg verbinden. Denn Plumploris kommen häufig im Straßenverkehr oder beim Überqueren von Straßen entlang von Stromleitungen ums Leben. Um die Nutzung der Brücken durch Plumploris und andere Tiere nachvollziehen zu können, und als Grundlage für eine Studie, sollen die Brücken beidseitig mit Wildkameras versehen werden.
Goldköpfiges Löwenäffchen thront auf einem Baumstamm inmitten üppigen grünen Laubes.
Die Feldforschung zu den hochbedrohten Goldkopflöwenäffchen in ihrem natürlichen Lebensraum an der sogenannten Kakao-Küste von Brasilien wird von der Artenschutzstiftung mitfinanziert. Bei einem Basis-Monitoring der Goldkopflöwenäffchen wird der Übergang verschiedener Ökozonen (vom Mata Atlantica Biom zum Caatinga Biom) erforscht. Ebenso soll durch Doktor- und Masterarbeiten die Ökologie, das Verhalten und die Nutzung der Schlafplätze untersucht werden.

Lokale Projekte

Vor einem kleinen Gebäude mit blauem Dach, umgeben von üppigem Grün, blühen Wildblumen in Hülle und Fülle.
Wild­bie­nen und Hummeln sowie andere ­be­stäu­ben­de Insek­ten­grup­pen (z.B. Schmet­ter­linge, Schweb­flie­gen o­der Ameisen) tragen mit ihren unter­schied­li­chen ­Ver­hal­tens­wei­sen in unter­schied­li­cher Weise zur Bestäubung bei. Honig­bie­nen sind Genera­lis­ten; dagegen sind z.B. Wildbie­nen S­pe­zia­lis­ten, die jeweils nur wenige Pflan­zen­gat­tun­gen ­be­stäu­ben. Wenn diese Pflan­zen­ar­ten fehlen, dann fehlen auch die ent­spre­chen­den Insek­ten­ar­ten. Der Struk­tur­wan­del raubt den hoch spezia­li­sier­ten Wildin­sek­ten den Lebensraum und die Nahrungs­grund­lage (Nektar). Zurück bleiben Monokul­tu­ren mit Raps für Biodiesel, Mais und Weizen auf riesigen Flächen. Um dem entgegenzuwirken hat die Artenschutzstiftung zusammen mit einem Experten des Naturkundemuseums Karlsruhe eine ganz besondere Samenmischung zusammengestellt, die im Frühjahr herausgegeben wird. In der Saatgutmischung sind 47 ein- und mehrjährige Wildblumenarten enthalten, die alle ursprünglich am Oberrhein vorkommen. So entstehen blühende Wiesen für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten.
Ein Haubenvogel steht im seichten Wasser, umgeben von grünem Gras.
Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe fördert seit 2021 mit jährlich 10.000 Euro mit der Saalbachniederung ein Projekt zum Erhalt der biologischen Vielfalt und natürlicher Lebensräume in der Region. Auf Flächen des NABU wurden Flachgewässer angelegt, welche inzwischen als Brut- und Rastgebiet für Vögel überregionale Bedeutung erlangt haben. Das Gebiet soll zukünftig als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe geht mit der NABU Gruppe Hambrücken eine langfristige Kooperation ein, die den Erhalt und die sukzessive Vergrößerung des Geländes garantieren soll. Zudem wildert sie dort im Zoo aufgezogene Kiebitze und Brachvögel aus. In der Saalbachniederung, die auf Bruchsaler Gemarkung bei Hambrücken liegt, konnte Anfang der 1990er Jahre über das Extensivierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg das größte zusammenhängende Naturwiesengelände in Nordbaden mit vielen Feuchtzonen wiederhergestellt werden.
Zwei Vögel in der Nähe einer Wasserpfütze, einer fliegt und hält Schlamm, der andere pickt auf dem Boden herum.
Mehlschwalben sind in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener geworden. Die Insektenfresser finden deutlich weniger Nahrung, zudem halten an modernen Hausfassaden ihre Lehmnester nicht mehr. Zukünftig sollen sie jedoch in Karlsruhe wieder mehr Möglichkeiten zum Brüten haben. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen dem Umweltamt, dem NABU Karlsruhe und der Artenschutzstiftung, die sowohl die Nester als auch die Anbringung finanziert. Über das gesamte Stadtgebiet verteilt gibt es noch kleinere Populationen der Vögel. Mit einem Monitoring soll untersucht werden, wie sich diese durch die Nisthilfen wieder vergrößern lassen.
Luchs läuft vorsichtig, konzentriert und wachsam durch dichtes, blattloses Unterholz.
Im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoo Karlsruhe mitten im Wald, wird 2024 ein 5.000 Quadratmeter großes Gehege gebaut. Darin sollen zukünftig Luchse auf eine Auswilderung vorbereitet werden. Luchse waren ursprünglich auch in den Wäldern Baden-Württembergs heimisch und wurden vor rund 200 Jahren ausgerottet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnten in Baden-Württemberg immer wieder Zuwanderungen von einzelnen männlichen Luchsen nachgewiesen werden. Um die Situation der Luchse im Land und damit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, sollen laut Koalitionsbeschluss der Landesregierung Luchse im Land zur Bestandsstützung ausgewildert werden. Das vom MLR ins Leben gerufene Projekt zur Bestandsstützung wird von der FVA in Kooperation mit dem Landesjagdverband, dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe als Projektpartner umgesetzt.
Ein Wiedehopf mit orangefarbenem Kamm und schwarz-weißen Flügeln fliegt mit einem Zweig im Schnabel.
Neben den langfristig angelegten Projekten unterstützt die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe auch immer wieder einzelne kleine Projekte, wie den Aufbau einer künstlichen Horst-Plattform für Fischadler auf einem geeigneten Baum im südlichen Landkreis Rastatt in unmittelbarer Nähe zu Rhein und Altrhein. Auch der Wiedehopf freut sich über spezielle Baumkästen in der nördlichen Ortenau, die einen alten Stamm mit Höhle imitieren – genau richtig für den seltenen Wiedehopf. Der Auenerlebnispfad im Naturschutzzentrum Rappenwörth vermittelt mit seinen elf Stationen auf 1,3 Kilometern regionale Infos zur Auenlandschaft, den dort wachsenden Pflanzen und den heimischen Tieren und wurde von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe mit 20.000 Euro unterstützt.

Mit einer Spende helfen

Es gibt die Möglichkeit, projektbezogen für eines der Projekte direkt zu spenden oder  allgemein, sodass das Geld dort eingesetzt werden kann, wo es gerade am nötigsten gebraucht wird.

Zudem gibt es die Möglichkeit, – symbolisch – zum Baumpaten, Regenwald-Besitzer oder Gelän­de­päch­ter zu werden.

Baumspende ab 20 Euro

In der Siana in Kenia pachtet die Artenschutzstiftung zusammen mit dem WWF als Kooperationspartner Land für die Wanderwege der Großtiere. Hunderttausende von einheimischen Bäumen werden gepflanzt und gepflegt, um das nordwestlich gelegene Gebiet des Mau-Mara-Bergwaldes wieder zu bewalden. Dabei sollen auch die beiden großen Waldgebiete Mai und Mara wieder verbunden werden – als wichtiger Lebensraum für waldbewohnende Elefanten, Großtiere und weitere Tierarten.

Regen­wald­s­pende 1 Euro pro qm

Haben Sie schon einmal überlegt, selbst Regenwald-Besitzer zu werden? Über die Arten­schutz­stif­tung ist dies problem­los mög­lich. Mit Ihrer Spende sichern Sie die Restfi­na­zie­rung des Grund­stücks in Ecuador und den Erhalt des unberühr­ten primären Re­gen­walds mit Tausenden von Tier- und Pflan­zen­ar­ten.

Schutz­ge­biet-Spende 5 Euros pro 100 qm, 500 Euros pro Hektar

Möchten Sie das Zusam­men­le­ben von Menschen und Wildtie­ren ­ge­währ­leis­ten? Ihre Unter­stüt­zung des Gemeinde-Schutz­ge­bie­tes in Kenia ermöglicht es, einerseits die Wanderwege der großen Wild­tier­her­den zu schützen, anderer­seits der lokalen Bevöl­ke­rung ­der Masai ein kleines Einkommen zu sichern, die Infra­struk­tur zu ver­bes­sern und den Ökotou­ris­mus zu fördern. Ihre Unter­stüt­zung ­des Projektes in jeder Höhe ist herzlich willkommen.

Für Spenden ab 20 Euros kann eine Spenden­be­schei­ni­gung ausgestellt werden. Hierfür benötigen wir Ihre Anschrift. Bitte vermerken Sie Ihre Anschrift im Überwei­sungs­for­mu­lar unter „­Ver­wen­dungs­zweck“ oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Ein erwachsener Orang-Utan sitzt auf dem Gras, umgeben von Grün, und ein Orang-Utan-Baby hält seinen Arm.
Auf einem münzähnlichen Motiv mit dem Text „Freiwilliger Artenschutz-Euro“ ist ein von einem Ast hängendes Faultier abgebildet.

Mit dem Kauf einer Eintrittskarte für den Zoo kann zudem der freiwillige Artenschutz-Euro gezahlt werden, der ebenfalls ohne Abzüge in Artenschutzprojekte fließt.

Wer steckt hinter der Artenschutzstiftung?

Eine Gruppe von sechs Männern hält ein großes Schild mit einem Text über die Gründung einer Zoo-Naturschutzstiftung.

Die Organe der Stiftung sind der Vorstand und der Stiftungs­rat. Alle Mitglieder sind ehren­amt­lich tätig. Den Vorstand bilden Dr. Matthias Reinschmidt (Direktor Zoo Karlsruhe), Dr. Clemens Becker (bis 2022 stellv. Direktor Zoo Karlsruhe und Kurator für Artenschutz des Zoos) und Sandra Dollhäupl (Kuratorin Zoo Karlsruhe).

Im Stiftungsrat sitzen:

Michael Obert (Bürgermeister a.D.)

Andreas Lorenz (ehem. Vorstand Volksbank pur)

Dirk Vogeley (ehem. Geschäftsführer Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH)

Bernd Maisenbacher (Maisen­ba­cher Hort + Partner – Kanzlei)

Als Stifter fungieren die Volksbank pur eG sowie Maisen­ba­cher Hort + Partner.

Stiftungspartner sind der Zoo Karlsruhe sowie die KEK – Karlsruher Energie- und Klima­agen­tur.

Frank Elstner – der Botschafter unserer Artenschutzstiftung