Wer Eisbären sieht, denkt meist zuerst an Eis und Schnee. Deshalb taucht an warmen Sommertagen immer wieder die Frage auf, wie gut unsere Tiere mit den höheren Temperaturen zurechtkommen. Tatsächlich haben Nuka und MiKa jederzeit die Möglichkeit, sich in die rund zehn Grad kühleren Innenbereiche zurückzuziehen. Trotzdem verbringen sie gerade bei sonnigem Wetter oft viel Zeit draußen. Sie gehen zwischendurch ins Wasser, kühlen sich ab, legen sich anschließend zum Trocknen wieder in die Sonne und suchen später ein schattiges Plätzchen auf. Mit diesem Verhalten regulieren sie ihre Körpertemperatur selbst.

Das dichte Fell und die dicke Fettschicht dienen dabei nicht nur als Schutz vor extremer Kälte. Sie isolieren den Körper auch gegen Wärme. In Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebiets steigen die Temperaturen im Sommer durchaus auf Werte um 30 Grad Celsius. Entscheidend ist, dass die Tiere jederzeit zwischen Sonne, Schatten, Wasser und den kühleren Innenbereichen wählen können und so ihre Körpertemperatur selbst regulieren.

Tatsächlich können auch Eisbären überhitzen. Das passiert allerdings meist nicht durch hohe Außentemperaturen allein, sondern wenn sie sich über längere Zeit stark körperlich anstrengen und dabei keine Möglichkeit zur Abkühlung haben. Deshalb vermeiden Eisbären längere, intensive Bewegung bei warmem Wetter und nutzen stattdessen immer wieder Wasser oder schattige Bereiche.

Oft wird angenommen, Eisbären müssten möglichst kalte Temperaturen bevorzugen. Ganz so einfach ist es aber nicht. Nur weil eine Tierart extreme Bedingungen aushält, bedeutet das nicht, dass sie diese auch bevorzugt. Temperaturen von minus 40 Grad sind selbst für Eisbären eine große Herausforderung. Im arktischen Winter geht es dann vor allem ums Überleben. Während Eisbären im arktischen Winter ums Überleben kämpfen, genügt an einem warmen Sommertag meist eine kurze Abkühlung im Wasser.