Stark bedroht und nur mit vereinten Kräften zu erhalten: Der Orangeaugen-Laubfrosch (Agalychnis annae) steht exemplarisch für modernen Artenschutz. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Artenschutzprogramm Citizen Conservation (CC), das Zoos und engagierte Privathaltungen vernetzt, um stabile Reservepopulationen aufzubauen.

Eine größere Anzahl von Nachzuchttieren dieser seltenen Art ist nun vom Zoo Zürich nach Karlsruhe gekommen. Dort wurde das Zuchtprojekt von Dr. Holger Kraus, Kurator des Exotariums, über längere Zeit aufgebaut und intensiv begleitet. Gemeinsam mit dem Karlsruher Zootierarzt, Kurator und Amphibienexperten Dr. Lukas Reese wurde der komplexe Transport von knapp 200 Tieren vorbereitet und realisiert, verbunden mit umfangreichen Genehmigungen und hohem organisatorischem Aufwand.

In der Natur ist der Orangeaugen-Laubfrosch stark bedroht. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume stellt vor allem der sogenannte Chytridpilz eine große Gefahr dar. Dieser Krankheitserreger befällt die Haut von Amphibien und hat weltweit bereits zu massiven Bestandsrückgängen und zum Aussterben zahlreicher Arten geführt.

Im Zoo Karlsruhe verbleibt ein Teil der Tiere als Bestandteil eines langfristig angelegten Erhaltungszuchtprogramms. Zu sehen sind sie im Paludarium des Raubtierhauses. Weitere Tiere wurden über Citizen Conservation an andere Zoos sowie an qualifizierte Privathaltungen abgegeben, um die Population zu vergrößern und genetisch stabil zu halten.

Dieses Zusammenspiel aus professioneller Haltung, internationaler Zusammenarbeit und privatem Engagement folgt dem One Plan Approach (kurz: „OPA“) der Weltnaturschutzunion IUCN. OPA beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Maßnahmen im natürlichen Lebensraum und in menschlicher Obhut sowie alle relevanten Akteure eng miteinander verzahnt werden, um bedrohte Arten nachhaltig zu sichern.