Schneeleoparden sind Meister des Verbergens. Auch unsere beiden Tiere sind in den naturnah gestalteten Außenbereichen häufig nur mit etwas Geduld zu entdecken. Sie nutzen unterschiedliche Anlagenteile, da sie sich nicht miteinander verstehen, und können sich jederzeit in ihre jeweiligen Innenbereiche zurückziehen. Auf dem Foto ist Akar zu sehen. In den Hochgebirgen Zentralasiens bleiben Schneeleoparden ebenfalls meist unsichtbar.

Wie viele Tiere dort noch leben, lässt sich in den unzugänglichen Bergregionen nur schwer ermitteln. Nach Schätzung der Weltnaturschutzunion IUCN leben nur rund 3.000 geschlechtsreife Schneeleoparden in einem Verbreitungsgebiet von etwa zwei Millionen Quadratkilometern. Dieses erstreckt sich über zwölf Staaten und ist fast sechsmal so groß wie Deutschland. Der Bestandstrend ist rückläufig. Auf der IUCN Red List of Threatened Species wird die Art als „gefährdet“ geführt.

Zu den größten Bedrohungen zählen der Verlust und die Zerschneidung geeigneter Lebensräume, der Rückgang natürlicher Beutetiere, Wilderei sowie die Tötung von Schneeleoparden nach Übergriffen auf Nutztiere. Straßen, Bergbau und andere Eingriffe dringen zunehmend in bislang abgelegene Regionen vor.

Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der EAZA – the European Association of Zoos and Aquaria muss deshalb langfristig gedacht werden. Erhaltungszucht bedeutet nicht, dass jedes im Zoo geborene Tier später ausgewildert wird. Eine Auswilderung ist nur sinnvoll, wenn ausreichend Beutetiere und sichere, miteinander verbundene Lebensräume vorhanden sind und Konflikte zwischen Mensch und Tier wirksam verringert wurden. Solange diese Voraussetzungen fehlen, würde die Auswilderung einzelner Tiere den Rückgang nicht dauerhaft aufhalten.

Im EEP werden Zucht und Tiertransfers so koordiniert, dass eine stabile Population in menschlicher Obhut und ein möglichst großer Teil der genetischen Vielfalt erhalten bleiben. Damit hält das Programm Optionen für künftige Schutzmaßnahmen offen.