Mit Luna ist eine weitere Luchskatze im Schwarzwald ausgewildert worden. Zuvor lebte sie rund drei Monate im Koordinationsgehege des Zoos Karlsruhe im Tierpark Oberwald. Gleichzeitig wurde erneut Luchsnachwuchs in Baden-Württemberg nachgewiesen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die gemeinsame Arbeit der zahlreichen Projektbeteiligten Wirkung zeigt.
„Die Auswilderung von Luna ist etwas ganz Besonderes für uns. Sie zeigt, dass unsere weitläufigen und naturnahen Gehege viele Rückzugsräume bieten, so dass die jungen Tiere mit wenig Kontakt zum Menschen auf die Natur vorbereitet werden können“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Luna wurde im ZOO BOJNICE in der Slowakei geboren.
Das Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoos mitten im Wald, ist ein zentraler Baustein des Wiederansiedlungsprojekts. Dort werden Luchse aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der EAZA – the European Association of Zoos and Aquaria auf die Natur vorbereitet. Ziel ist es, dass die Tiere ihre natürliche Scheu vor Menschen behalten und möglichst gute Voraussetzungen für ein Leben im Schwarzwald mitbringen.
Vor der Auswilderung übernehmen die Zootierärzte des Zoos Karlsruhe alle notwendigen Untersuchungen und Narkosen. Das Anlegen der Senderhalsbänder erfolgt durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.
Dass Luchse aus Zoos zur Rückkehr der Art nach Baden-Württemberg beitragen, ist das Ergebnis einer europaweiten Zusammenarbeit. Der Zoo Karlsruhe beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, in dem eine genetisch vielfältige Reservepopulation der Karpatenluchse erhalten wird. Geeignete Tiere können so für Wiederansiedlungsprojekte ausgewählt werden und leisten einen direkten Beitrag zum Aufbau neuer Populationen.
„Der One Plan Approach der Weltnaturschutzunion zeigt, dass erfolgreicher Artenschutz nur gemeinsam funktionieren kann. Zoos, Wissenschaft, Behörden und Naturschutzorganisationen bringen dabei ihre jeweiligen Stärken ein und verfolgen ein gemeinsames Ziel. Das Luchsprojekt in Baden-Württemberg ist dafür ein hervorragendes Beispiel“, betont Reinschmidt.
Das Luchsprojekt in Baden-Württemberg setzt diesen Ansatz beispielhaft um. Maßnahmen innerhalb und außerhalb des natürlichen Lebensraums einer Art werden dabei eng miteinander verzahnt. Erhaltungszucht in Zoos, die Vorbereitung der Tiere im Koordinationsgehege, die veterinärmedizinische Betreuung, die Auswilderung, das wissenschaftliche Monitoring sowie der Schutz geeigneter Lebensräume ergänzen sich zu einem gemeinsamen Gesamtkonzept.
Das Projekt „Luchs Baden-Württemberg“ wird durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., dem WWF Deutschland und dem Zoo Karlsruhe im Auftrag des Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt durch die Luchs-Initiative Baden-Württemberg.




