Für den Namen braucht man fast einen eigenen Infokasten. Die neuen Langschnauzen-Kaninchenkängurus gehören gleichzeitig zu den kleinsten Säugetieren im Zoo Karlsruhe. Das Pärchen, das aus einem tschechischen Zoo nach Karlsruhe gekommen ist, kann ab heute die Naturvoliere auf der Australienanlage erkunden.
Die Tiere gehören zu den Rattenkängurus und stammen aus dem Südosten Australiens sowie aus Tasmanien. Mit einem Gewicht von meist deutlich unter zwei Kilogramm zählen sie zu den kleinsten Säugetieren im Zoo. Trotz ihres Namens bewegen sie sich im Gegensatz zu anderen Kängurus nicht nur hüpfend fort, sondern laufen auch auf allen Vieren.
In ihrer Heimat gelten Langschnauzen-Kaninchenkängurus als eine Art tierische Feuerwehr. Sie ernähren sich vor allem von Pilzen und graben bei der Nahrungssuche den Boden um. Dadurch wird Feuchtigkeit besser im Boden gehalten und das Wachstum neuer Pflanzen gefördert. Das kann dazu beitragen, die Auswirkungen von Buschfeuern abzuschwächen.
Die Bestände der Art sind rückläufig. Die Weltnaturschutzunion führt das Langschnauzen-Kaninchenkänguru auf der IUCN Red List of Threatened Species als „potenziell gefährdet“. Gründe dafür sind unter anderem die verheerenden Waldbrände der Jahre 2019 und 2020 sowie eingeschleppte Beutegreifer wie Rotfüchse und verwilderte Katzen und Hunde.
In Deutschland sind die Tiere nur selten zu sehen. Neben dem Zoo Karlsruhe halten aktuell lediglich vier weitere zoologische Einrichtungen diese besondere australische Art. Wer genau hinschaut und etwas Glück hat, kann die neuen Bewohner bereits in der Voliere auf der Australienanlage entdecken.




