Erdmännchen wirken oft neugierig, verspielt und sympathisch. Trotzdem sind sie Raubtiere.
Der größte Teil ihrer Nahrung besteht aus Insekten und anderen Wirbellosen. Daneben fressen sie aber auch kleinere Wirbeltiere wie Eidechsen, Schlangen, Vögel oder Säugetiere. Ergänzt wird der Speiseplan durch einen kleineren Anteil pflanzlicher Nahrung. Für eine artgerechte Ernährung benötigen Erdmännchen deshalb deutlich mehr als reines Muskelfleisch.
Aus diesem Grund verfüttern wir im Zoo Karlsruhe regelmäßig ganze Tierkörper oder größere Teile davon. Dazu können auch Köpfe gehören. Knochen, Knorpel, Sehnen, Haut, Fell oder Federn enthalten wichtige Nährstoffe und fördern gleichzeitig natürliche Verhaltensweisen wie Nagen, Zerren, Suchen und Zerlegen der Nahrung.
Ein Teil des verfütterten Fleisches stammt aus der eigenen Zucht. Aktuell liegt dieser Anteil bei rund 20 bis 30 Prozent. Unser Ziel ist es, ihn weiter zu erhöhen. Tiere aus dem eigenen Bestand haben mehrere Vorteile: Ihre Herkunft ist vollständig bekannt, Transportwege entfallen und sie wurden unter den hohen Standards zoologischer Einrichtungen gehalten.
Dabei verfolgen wir konsequent das Prinzip der Ganztiernutzung. Wenn ein Tier als Futter dient, werden alle verwertbaren Teile genutzt. Das vermeidet unnötige Abfälle und kommt dem natürlichen Nahrungskreislauf deutlich näher als die ausschließliche Verfütterung von Fleischstücken.
Viele Menschen essen Fleisch, kommen im Alltag aber kaum mit dessen Herkunft in Berührung. Im Zoo werden Nahrungskreisläufe sichtbarer als in unserem täglichen Leben. Das kann manchmal irritieren oder Fragen aufwerfen. Fressen und Gefressenwerden gehören jedoch zur Natur. Als Zoo sehen wir es auch als unsere Aufgabe, solche Zusammenhänge verständlich zu vermitteln.
Mehr Informationen zu Ganzkörper- und Teilkörperverfütterungen gibt es auf unserer Homepage: zoo-karlsruhe.de/ganzkoerperfuetterungen




