Elefanten in Myanmar zum Auftakt der Vortragsreihe: sieben Abende rund um Tiere, Forschung und Artenschutz
Der Zoo Karlsruhe startet am Donnerstag, 15. Oktober, mit seiner Vortragsreihe im Winterhalbjahr. Zum Auftakt spricht Ann-Kathrin Oerke vom Elefantenservice Europa und dem Verein Chances for Nature über „Elefanten in Myanmar: Hilfe für Arbeitselefanten und Schutz in der Natur lebender Elefanten“. In Myanmar leben weniger als 2.000 Elefanten in der Natur, während sich mehr als 5.000 Tiere in Menschenhand befinden.
Die Lebensräume der in der Natur lebenden Elefanten sind zunehmend zerstückelt. Siedlungen breiten sich aus, Wanderrouten werden unterbrochen und die Konflikte zwischen Menschen und Elefanten nehmen zu. Oerke berichtet von einem Projekt, das trotz der schwierigen politischen Lage seit 2020 fortgeführt wird. Nachdem die Arbeit zunächst auf die Region rund um den Indawgyi-See im Norden des Landes konzentriert war, verlagerte sich der Schwerpunkt aus Sicherheitsgründen in die Ayeyarwady-Region im Südwesten Myanmars. Dort ist es gelungen, drei geschützte Waldgebiete durch ein weiteres Gebiet miteinander zu verbinden.
Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt innerhalb des Projekts einen Ansatz, bei dem alternative Futterplätze und Salzlecken die Elefanten von Dörfern und Feldern fernhalten sollen. Kamerafallen liefern inzwischen Aufnahmen einzelner Tiere und ermöglichen es, deren Wege langfristig zu verfolgen. Ziel ist ein dauerhaftes Zusammenleben, bei dem sowohl die Menschen in den betroffenen Dörfern als auch die Elefanten geschützt werden.
Am 5. November folgt Prof. Dr. Martin Husemann mit „Sprünge durch die Evolution – die Geschichte der Ödlandschrecken“. Der Direktor des Naturkundemuseums Karlsruhe stellt die Vielfalt dieser Heuschreckengruppe sowie ihre komplexen und teilweise überraschenden Verwandtschaftsbeziehungen vor. Das Naturkundemuseum und der Zoo Karlsruhe arbeiten in unterschiedlichen Bereichen eng zusammen.
Zootierarzt Dr. Lukas Reese spricht am 10. Dezember über „Amphibien – die unterschätzten Zootiere“. Ein Schwerpunkt liegt auf den hochbedrohten Harlekinkröten der Gattung Atelopus. Die Art Atelopus balios galt zeitweise sogar als ausgestorben. Durch internationale Zusammenarbeit, unter anderem mit Partnern in Ecuador und der Initiative Citizen Conservation, konnte in Europa eine Population außerhalb des natürlichen Lebensraums aufgebaut werden. Zudem berichtet Reese über Pfeilgiftfrösche der Gattung Oophaga, deren anspruchsvolle Nachzucht viel Fachwissen und Erfahrung erfordert.
Das neue Jahr beginnt am 14. Januar mit Dr. Christina Schubert und dem Vortrag „Forschung fürs Überleben“. Die Kuratorin des Zoos Landau stellt den gefährdeten Humboldt-Pinguin und die Arbeit der Artenschutzorganisation Sphenisco vor. Diese unterstützt gemeinsam mit Partnern in Chile und Peru Forschungsprojekte zum Schutz der Art und ihres Lebensraums.
Unter dem Titel „Shan hat Verbündete – Schneeleopardenschutz zwischen Ladakh und Karlsruhe“ nimmt Helga Riedel das Publikum am 11. Februar mit in den indischen Himalaya. Sie berichtet von der Arbeit des Snow Leopard Conservancy India Trust und der neuen Zusammenarbeit mit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe.
Jan Ritzler beleuchtet am 11. März in „Kegelrobben auf Helgoland – eine Erfolgsgeschichte für den Artenschutz“ die Bestandsentwicklung der Art während der vergangenen 30 Jahre. Zudem gibt er Einblicke in die praktische Naturschutzarbeit während des Fellwechsels sowie der Geburten- und Paarungszeit.
Den Abschluss der Reihe gestaltet Prof. Volker C. Ihle am 15. April mit „Eine Spur wilder: Der Nationalpark Schwarzwald“. Er erläutert, welche Aufgaben und Herausforderungen mit dem Leitgedanken „Natur Natur sein lassen“ verbunden sind.
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Vortragsraum des Exotenhauses im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Einlass ist jeweils ab 18 Uhr ausschließlich über die Ettlinger Straße 4b. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahmekapazität ist aus Platzgründen jedoch begrenzt. Die Vortragsreihe wird kostenlos angeboten, eine Spende an die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe wird jedoch erbeten.




