Der Abschied von Eisbär MiKa hat viele Menschen bewegt. Unsere Beiträge zu seinem Umzug und zu seiner Ankunft in Brno haben sehr viele Menschen erreicht. Die vielen positiven Reaktionen und auch die traurigen und enttäuschten Rückmeldungen zeigen, welchen besonderen Platz MiKa bei vielen Zoogästen und Familien hat. Einige Fragen und Gedanken möchten wir deshalb noch einmal aufgreifen.

Warum musste MiKa schon jetzt umziehen?

In den vergangenen Wochen waren bei Nuka und MiKa deutliche Anzeichen zu beobachten, dass sich das Muttertier und das Jungtier voneinander lösen. Auch in der Natur kommt dieser Zeitpunkt, wenn ein junger Eisbär selbstständiger wird. In Zoos kann er wegen der optimalen Fütterung und seines guten Wachstums früher eintreten.

Wir sind froh, dass es nicht zu einem Verbeißen des Jungtiers gekommen ist. Eine länger andauernde Trennung auf der Anlage hätte bedeutet, dass Nuka und MiKa dauerhaft in verschiedenen Bereichen hätten gehalten werden müssen. Das wäre keine gute Lösung gewesen.

Warum wurde der Transport nicht früher angekündigt?

In unseren Veröffentlichungen und Interviews haben wir regelmäßig darauf hingewiesen, dass MiKas Umzug jederzeit anstehen könnte. Einen konkreten Transporttermin veröffentlichen wir grundsätzlich nicht. Auch eine ungefähre Zeitangabe ist schwierig, weil sich Termine immer wieder verschieben können. Der Fahrer, der für MiKas Transport vorgesehen war, fiel beispielsweise eine Woche zuvor krankheitsbedingt aus. Dadurch hätte sich der Umzug unter Umständen um Monate verzögern können. Auch Empfehlungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms können sich kurzfristig ändern.

Am Transporttag selbst braucht es Ruhe für das Tier und das Team. MiKa sollte nach der Trennung von Nuka freiwillig in die Transportkiste laufen. Dafür musste die Umgebung möglichst ruhig sein. Selbst das SWR-Team, das MiKa länger begleitet hat, konnte deshalb nicht mit im Raum sein. Nachdem der Transport gut verlaufen war, haben wir die Öffentlichkeit direkt informiert.

Wie geht es Nuka?

Am Tag des Umzugs hat Nuka die Anlage viel abgesucht. Heute Morgen war sie bereits entspannt auf dem Naturteil der Anlage zu sehen (die drei Bilder von ihr sind heute entstanden). Solche Reaktionen gehören zum Verhalten von Wildtieren nach einer Trennung. Nuka bleibt bei uns und hat weiterhin eine Zuchtempfehlung. Für ihr Wohlbefinden ist ein Männchen nicht notwendig. Wir haben aber bereits ein mögliches Tier in Aussicht und hoffen, dass es bald zu uns kommen kann. Auch dieser Wechsel hängt von einer Empfehlung des Erhaltungszuchtprogramms und den Transportmöglichkeiten ab. Selbstverständlich würden wir uns freuen, auch künftig für das Programm züchten zu können.

Wir verstehen sehr gut, dass MiKas Abschied traurig macht, besonders für Kinder, die ihn über lange Zeit begleitet haben. Auch für die Mitarbeitenden, die eng mit ihm gearbeitet haben, ist ein solcher Abschied emotional. Zugleich gehört es zu unserer Verantwortung, Entscheidungen am Wohl der Tiere und an den Empfehlungen des Erhaltungszuchtprogramms auszurichten. MiKa hat sich gut entwickelt und ist gut in seinem neuen Zuhause angekommen. Dafür sind wir sehr dankbar.