Karlsruher Luchs lebt jetzt im Schwarzwald
Luchskuder Nero wurde im Zoo Karlsruhe geboren, im Tierpark Oberwald auf ein Leben in der Natur vorbereitet und ist nun im Schwarzwald unterwegs. Damit ist er der erste in Karlsruhe geborene Luchs, der in Baden-Württemberg und somit gewissermaßen vor unserer Haustür ausgewildert wurde.
Heute früh betäubte Zootierarzt Dr. Marco Roller den Kuder im Koordinationsgehege und untersuchte ihn nochmals gründlich. Anschließend wurde Nero gemeinsam mit den Beteiligten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in den Schwarzwald gebracht. Ein Senderhalsband ermöglicht es, seine Wege künftig wissenschaftlich zu verfolgen.
„Solch ein Moment macht mich ehrfürchtig“, sagt Roller, der auch Kurator des Tierparks Oberwald ist. „Nero ist bei uns zur Welt gekommen, wurde von uns medizinisch betreut. Wegen eines gesplitterten Zahns konnte er zunächst nicht ausgewildert werden. Jetzt ist er vollständig genesen und macht seine ersten Schritte im Schwarzwald. Das ist wunderschön für uns als Zoo und für den Artenschutz in Baden-Württemberg.“
„Wir sind sehr stolz darauf, mit Marco einen so engagierten Tierarzt und Artenschützer in unseren Reihen zu haben. Ohne seinen persönlichen Einsatz wäre es für den Zoo nicht möglich, sich in diesem Umfang am Projekt ‚Luchs Baden-Württemberg‘ zu beteiligen“, betont Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.
Nero kam am 21. Mai 2025 im Zoo Karlsruhe zur Welt. Seit März lebte er im weitläufigen und naturnahen Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoos mitten im Wald. Das weitgehend uneinsichtige Gelände bietet Luchsen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Karpatenluchse, das von der EAZA – the European Association of Zoos and Aquaria koordiniert wird, die Möglichkeit, sich mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen auf ein Leben in der Natur vorzubereiten.
Nero ist der siebte Luchs, der seit Beginn des Projekts „Luchs Baden-Württemberg“ ausgewildert wurde. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg leitet das Projekt und arbeitet dabei eng mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., dem WWF Deutschland, dem Zoo Karlsruhe und der Luchs-Initiative Baden-Württemberg zusammen. Unterstützt wird es durch die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe sowie die alosa Stiftung, Auftraggeber ist das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat. Fachlich begleitet wird das Projekt zudem vom europäischen Expertennetzwerk „Linking Lynx“.




