Mit ihren großen Augen scheint die Zackenerdschildkröte ihre Umgebung ganz genau im Blick zu haben. Tatsächlich kann sie beide Augen unabhängig voneinander bewegen und so ihr Umfeld nach Nahrung absuchen. Entdeckt sie ein Beutetier, richtet sie dagegen beide Augen gleichzeitig auf ihr Ziel. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Schnecken, Insekten, Würmer und Spinnen, gelegentlich frisst sie aber auch Fallobst.

Der markant gezackte und bis zu 14 Zentimeter lange Panzer ähnelt einem alten Laubblatt. Zwischen dem herabgefallenen Laub der feuchten Wälder Südostasiens ist die kleine Schildkröte dadurch hervorragend getarnt. Oft verharrt sie dort über längere Zeit nahezu regungslos.

Lebensraumverlust und illegaler Handel haben die Bestände stark zurückgehen lassen. Die Weltnaturschutzunion führt Geoemyda spengleri, wie die Art mit wissenschaftlichem Namen heißt, auf der IUCN Red List of Threatened Species als „stark gefährdet“.

Im „LebensRaum Vietnam“ des Exotenhauses ist diese besonder Schildkröte zu sehen. Zoos und engagierte Privathalter leisten mit ihrer Haltung und Zucht einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz und zum Erhalt einer Reservepopulation in menschlicher Obhut. Zoogäste benötigen beim Entdecken manchmal etwas Geduld, werden dafür aber mit dem Anblick eines außergewöhnlichen Reptils belohnt.