Das Jungtier bei den Luchsen in der Anlage im Zoo ist etwa acht Wochen alt. Mittlerweile haben wir auch die ersten Bilder der Überwachungskamera. Seit heute ist der Weg entlang der Luchsanlage wieder begehbar. Um dies zu ermöglichen und gleichzeitig dem Jungtier die notwendige Ruhe zu geben, wurde an der Anlage umgebaut.
Da der junge Luchs von der Genetik her potentiell für eine Auswilderung geeignet ist, wurde der Bereich um das Luchsgehege vor Wochen abgesperrt. Das Jungtier soll so mit möglichst geringem Menschenkontakt aufwachsen. Dies ist notwendig, dass es später scheu genug ist.
Deshalb bleibt weiterhin die Empore gesperrt, der Zaun zum Weg ist mit Bastmatten abgehängt worden. Dennoch gibt es jetzt mehr Möglichkeiten, die Tiere über den Zaun hinweg am Hang der Anlage zu beobachten. Besondere Einblicke gibt es auch bei der großen Scheibe unterhalb der Empore. Diese ist zwar mit einer Folie abgeklebt, darin gibt es jedoch Guckschlitze, um die Tiere sehen zu können.
Luchse waren ursprünglich auch in den Wäldern Baden-Württembergs heimisch und wurden vor rund 200 Jahren ausgerottet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnten immer wieder Zuwanderungen von einzelnen – allerdings ausschließlich männlichen – Luchsen nachgewiesen werden. Um die Situation der Luchse im Land und damit auch in den angrenzenden Vorkommen zu verbessern, wurden bereits einige Luchse im Land zur Bestandsstützung ausgewildert.
Das vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat ins Leben gerufene Projekt zur Bestandsstützung wird von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Kooperation mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V., dem WWF Deutschland, der Luchsinitiative und dem Zoo Karlsruhe als Projektpartner umgesetzt.
Neben Bestandsstützungen in Baden-Württemberg könnten weitere Projekte in Deutschland und Europa mit Luchsen aus Karlsruhe versorgt werden. Aktuell gibt es mehr als 20 Paare im Erhaltungszuchtprogramm in Tiergärten des Europäischen Zooverbands EAZA – the European Association of Zoos and Aquaria, deren zukünftige Jungtiere für Auswilderungen infrage kommen, unter anderem Eva und Viorel im Zoo Karlsruhe.




